Es nimmt Macht von den Tätern weg und das ist auch gut so! Über die Definitionsmacht der Betroffenen

Beim durchstöbern meiner alten Ordner auf meinem Laptop, bin ich über ein Interview gestolpert, dass ich vor ungefähr einem Jahr mit einer Bekannten geführt habe. Ich fand das Interview sehr passend für diesen Blog: Es geht um Dynamiken von Gewalt, es geht darum wie Institutionen und sogar alternative Szenen Gewaltkreisläufe und die Stigmatisierung von Betroffenen aufrecht erhalten und fortsetzen und es geht um alternative Handlungsmöglichkeiten – und das aus Betroffenen-Perspektive.

Das Interview war wörtlich so abgetippt, wie ich es mit dem Diktiergerät aufgenommen hatte. Ich mag dieses Interview und wollte es deshalb gerne auf den Blog stellen, also hab ich es umgeschrieben, so dass es flüssiger lesbar ist. Kijoui, die ich interviewt hatte, hat es auch gelesen und Korrekturen gemacht. Sie ist also damit einverstanden, dass so wie es jetzt ist hier auf dem Blog steht….

Vielleicht noch ein paar Worte zum Kontext: Weiterlesen

Subjekt Status – Anerkennung des Schmerzes von Außen

Mir scheint es immer wieder so, als ob es für ‚uns Betroffene‘ in politischen Kämpfen immer wieder nur zwei Möglichkeiten gibt:

1. Wir beziehen uns aufs Opfer sein. Wir zeigen, dass sexualisierte Gewalt wirklich Folgen hat. Dass es schlimm und wie schlimm es ist. Wir stellen Kataloge auf mit Symptomlisten. Wir finden das heraus, was alle Betroffenen gemeinsam haben, ja und sehr schnell sind wir dabei, dass es das nicht gibt.

2. Das kämpferische Subjekt. Wir zeigen allen, dass wir es drauf haben. Dass wir keine Opfer sind. Wir sind stark, wir sind viele. Im ersten Moment hört sich das so gut an und fühlt sich auch richtig an… Weiterlesen